Die Bodenreaktionskraft ist die Kraft, mit der der Boden zurückdrückt, jedes Mal wenn dein Körper hineindrückt. Newtons drittes Gesetz, angewandt auf deine Füße. Gehen erzeugt etwa das 1- bis 1,5-Fache deines Körpergewichts pro Schritt. Laufen landet beim 2- bis 3-Fachen. Springen und Hüpfen können das 4- bis 5-Fache erreichen. Dieser Rückstoß ist das mechanische Signal, das deine Knochen und Sehnen lesen und auf das sie sich anpassen.

Warum es wichtig ist

Knochen wird nicht durch Wünschen stärker. Er reagiert auf kurze, hohe, neuartige Belastung, und genau das liefert Aufprall. Deshalb haben Läufer und Springer tendenziell dichtere Beinknochen als Radfahrer und Schwimmer, selbst wenn Radfahrer und Schwimmer mehr Stunden trainieren. Die Kräfte sind in Sportarten mit geringem Aufprall einfach nicht vorhanden. Die gleiche Logik gilt für Sehnen: Sie werden steifer und belastbarer, wenn sie gefordert werden, Kraft schnell aufzunehmen und zurückzugeben. Meidest du Aufprall über Jahre, verliert die ganze Struktur still an Stärke.

Wie du es im Training einsetzt

Füg kleine Dosen Aufprall hinzu und steigere dann. Beginne mit leichten Hüpfern auf der Stelle, Seilspringen oder dem Herunterspringen von einer niedrigen Stufe. 10 bis 20 saubere Bodenkontakte, zwei- oder dreimal die Woche. Das reicht ehrlich schon, um Knochen zu signalisieren.

Steigere langsam zu höheren Kräften: schnellere Hüpfer, einbeinige Hüpfer, kleine Sprünge mit stehen bleibender Landung. Land weich, leise, Knie über den Zehen. Neu bei Aufprall, schwerer oder auf dem Weg zurück von einer Verletzung? Streck die Rampe über Monate, nicht Wochen. Bindegewebe passt sich langsamer an als Muskeln.

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