Exzentrisches Training betont gezielt die Senkphase einer Übung, den Teil, in dem sich der Muskel unter Last verlängert. Denk an langsame Abwärtsbewegungen bei der Kniebeuge oder das Absenken eines Klimmzugs über fünf Sekunden. Muskeln können beim Senken eines Gewichts etwa 20 bis 50 Prozent mehr Kraft aufbringen als beim Heben, sodass Exzentrik deinen Körper Lasten aussetzen kann, die er sonst nicht bewältigen könnte.

Warum es wichtig ist

Diese zusätzliche Kraftkapazität ist ein echter Trainingshebel. Exzentrisch betonte Arbeit erzeugt starke Zuwächse bei Kraft und Muskelmasse, und sie ist ein fester Bestandteil der Sehnenreha, weil Sehnen gut auf langsame, schwere Verlängerung reagieren. Sie eröffnet außerdem Übungen, die du noch nicht schaffst. Kannst du noch keinen Klimmzug? Spring an die Spitze und senke dich langsam ab. Das ist exzentrisches Training, und es ist einer der schnellsten Wege zu deiner ersten vollständigen Wiederholung. Die Rechnung kommt in Form von Muskelkater: Ungewohnte exzentrische Arbeit erzeugt mehr davon als alles andere im Studio.

Wie du es im Training einsetzt

Der einfachste Einstieg ist eine kontrollierte, 3 bis 5 Sekunden lange Senkphase bei Übungen, die du bereits machst. Kniebeugen, Liegestütze, Rudern, Curls. Kein neues Equipment, keine neuen Übungen, nur langsamere Abwärtsbewegungen.

Führe es schrittweise ein. Ein bis zwei Übungen pro Einheit in den ersten paar Wochen, denn der Muskelkater nach deiner ersten echten exzentrischen Einheit bleibt in Erinnerung. Die gute Nachricht: Er lässt schnell nach. Muskeln passen sich innerhalb von ein bis zwei Einheiten an exzentrischen Stress an, ein Schutzmechanismus namens Repeated-Bout-Effekt, und danach bleibt der Muskelkater meist aus.

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